polle,
3
bolle,
Genus?;
zu
mhd.
bolle
›feines Mehl, Gebäck daraus‹
( f.), dies aus
lat.
pollis
›Staubmehl, sehr feines Mehl‹
(
Georges
2, 1756
).
1.
›Mehl unterschiedlicher Qualität‹, meist ›Staubmehl, sehr feines Mehl‹.
Wortbildungen:
pollengebäk
.

Belegblock:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
152, 39
(
osächs.
,
1570
/
7
):
wann die scheidere den weizen aufschütten, polle und gries geschieden haben.
Helbig, Qu. Wirtsch.
1, 22, 23
(
md.
,
um 1350
):
Alle bekken, die dâ semeln und stollen bakken gestrichen, di sullen geschrôten sîn und von clârem, lûterem mele sîn âne alle bolle.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1466
):
Von einem Mut pollen 3 sh. dn., von dem Strich durch den Käufer 3 dn.
Rechn. Hermannst. (
siebenb.
,
1494
):
Eodem die farinam pöll pistricibus pro flor. 8 den. 0.
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 52
;
Bad. Wb.
1, 286
;
Öst. Wb.
2
, 16f,;
3, 575
.
2.
›Backwerk (aus Staubmehl)‹.

Belegblock:

Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
65, 13
(
nobd.
,
1343
):
waz semelin ist, daz sol man zwicken, und daz bollin sol man ungezwicket lazzen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
E. 16. Jh.
):
Es sollen alle pecken und peckin allzeit des jars nicht anders wenn zwaierlai prot pachen, polen und oblaß.
Ebd. (
moobd.
,
v. 1510
):
so si [pegken] pachen auf den kauf so sullen si die semel schneiden und das pollen nit.