pichen,
V.
1.
›(aus Holz) Pech gewinnen, herstellen; etw. zu Pech verarbeiten‹;
vgl. 1; 2.

Belegblock:

Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
Die stoben und este, so uberig pleiben, daß sall man pichen.
Hier geschicht grosser schaden mit dem pichen am steenden holtze, da muß der heuptman ein einsehen haben, daß das legeholz und stoben gepicht werden und keine frische bome gefelt.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
, o. J.):
Dieweil in diesem ampt vil schoner heiden sein, das holz ubel verpicht wirt, sall das pichen abgeschafft werden und das holtz geschnitten werden: brenget 10fechtigen notz. Die affterschlege und stoben sall man pichen.
2.
›etw. (z. B. Gegenstände aus Holz, Schiffe) mit Pech bestreichen, abdichten, verschmieren‹;
vgl. 1.
Bedeutungsverwandte:
.
Wortbildungen:
pichung
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1404
):
1 m. vor ther. do mete man die schiffe pichte.
Ebd. (
preuß.
,
1409
):
5 scot vor 1 tonne pech, das thor zu pichen.
Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
Die sew sollen alle jar reingemacht werden und uber das ander jar wider gepicht, so sterben die fische nicht, das holz faulete auch nicht.
Hajek, Gůte spise
84
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
schuͤte sie [wisseln] denne in einen hafen, der gebichet si.
Bell, G. Hager
588, 1, 9
(
nobd.
,
1604
):
Sunder es kam an tag, | Als ein Bidner Bichet ein fas, | Das jn wentig aus brente.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
verBichen / mit bech bestreychen. [...]. geBichet wein der mit bech gemischet ist. [...]. verBichet fass.
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
zegleicher weiß als erkaltet bech bald abfellet so man mit bichet.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Bichen / pichen / verpichen / mit bech bestreichen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Pichen / mit paͤch übergipsen.
Niewöhner, Teichner
149, 77
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
doch ein iegsleich weiser muͤt | sol sich huten umb unrechtz guͤt. | ez chumpt hart hin wider dan. | ez wirt manigem haften an | recht sam ez gepikcht sey.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
wann die hiczigen flammen leckten die gepickten gefász und verprantten sy nit.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
wer die küten schelt und si legt in ain gepichtez vaz und regenwazzer dar an geuzt, sô wirt daz wazzer weinend.
Eis, Gottfr. Pelzb.
161, 25
(
öoobd.
,
15. Jh.
):
Etleich behalten sew [äphel, piern] jn gepikchten hefen vnd vermachent die gar wol vnd senkchen sew in ein cystern.
Dietz, Wb. Luther ;
Schmid, Pilgerreisen.
1957, 406
;