osterland,
das
;
–/-Ø
;
teils als Appellativ gebraucht, teils im Übergang zum Landschaftsnamen.
›vom Betrachterstandpunkt aus gesehen östlich liegendes Land, östliche Landschaft‹; extensional kann das Osterland um Leipzig, eine östliche Landschaft Oberdeutschlands, mehrfach Österreich (in einem ungefähren geographischen Sinne), generell der Orient (im Sinne von ,Morgenland‘) gemeint sein; vereinzelt auch als Richtungsangabe gebraucht;
vgl. 1, 5.
Wortbildungen:
osterländisch
.

Belegblock:

Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Do nam der gute Ysidorus | Moysen unde liez ouch in | Durch daz venster schouwen hin | Daz da gienc uf osterlant.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 18, 5
(
md.
,
1347
):
Daz [...] herr Friderich Margraff zu Mysne [...] ubereyn komen ist mit synen landen vnd Steten in dem lande zu Misne, zu Plysne vnd in dem osterlande alzo, daz [...].
Ebd.
3, 92, 20
(
1361
):
Wir Wilhelm [...] marcgrave zcu Misen in dem Osterlande [...].
Buch Weinsb. (
rib.
,
1586
):
auch etliche stede, als Nurenberch, Strassberg, oisterlinsche stete, also das man wenich hoffnong hat, das das reich vil steur zu dissem colnischn kreich toin wurde.
Gerhard, Hist. alde e
5780
(
omd.
,
um 1340
):
Er [Herodes] horte Augustus kumen | Zu schaffen sinen vrumen | In stat Rodum genant | Und ouch in di osterlant.
Thür. Chron.
4v, 14
(
Mühlh.
1599
):
[Senno] kam in Teutschland bey die See [...] / vnd in Meissen / Osterland vnnd vmbliegende / welche zu der zeit alle an das Koͤnigreich Trier gehoͤrten.
Ebd.
17r, 24
:
Also wichen die Wenden in das Osterland vnd Meissen.
Sachs (
Nürnb.
1529
):
Die namhafftig stat, Wien genandt. | An der Thonaw im Osterland, | Gantzen Osterreichs die haubtstat.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
Petrus der zwelfbote besas noch unsers herren martel den priesterstuͦl in den osterlanden 4 jor und sang do sin erste messe.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel Var. (
Straßb.
1466
):
sy steckten die gezelde in hiehabarim in der wúst die do schauet moab
.
gegen dem lande osten
[Var. um 1475-1518:
osterland
;
Luther
1545, 4. Mose 21, 11:
gegen der sonnen auffgang
].
Diehl, Dreytw. Essl. Chron. (
schwäb.
,
1552
):
das sich nemannt wolltt in solliche gefarlichkaitt gebenn, das ich sag, das weder auss dem Osterland noch Beyer oder Ullm, Nyrberg, Augspurg neimand vorhanden wase.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
11, 10
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
ain J mit perlain, H zuhant, | topasion genant, | E unzetrant von smaragd keusch und fein, | ain S, rubin von osterlant, | ain V, saphir bekant, | ain diamant sein S dapei behüt.