ortscheit,
das
;
–/-e
oder
;
Gw zu
mhd.
schît
›Scheit‹
().
– Zur Synonymie für ,Wagenschwengel‘ in den rezenten Mundarten des Deutschen s.
Dwa
9
, Karten 10 und 11; dazu:
Freudenberg, Ortscheit und Waage [...], in: Hess. Bll. f. Volkskunde
51/2, 1960, 29-61
.
›querliegendes Holz am Hinterende der Wagendeichsel, an dem der bewegliche Wagenschwengel mit den Zugketten für die Zugtiere angebracht war‹; als Metonymie: ›Wagenscheit, Wagenschwengel‹;
vgl. am ehesten 7.
Syntagmen:
das o. beschlagen
;
das o. mit bracke
(s.
2
1);
der wagen mit 2 ortscheiten, x zucht zu ortscheiten
.
Wortbildungen:
ortscheitzucht
›Zugkette am Wagenschwengel‹.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
142, 9
(
preuß.
,
1399
):
50 schok husysen und 1 schok czucht czu ortscheyden.
Ebd.
152, 30
(
1430
):
10 par ortscheite mit iseren bracken, 5 par eysern eiden.
Ders., Gr. Ämterb.
490, 29
(
preuß.
,
1416
):
4 waynczuchte, 12 ortschietczuchte und 16 czome.
Ermisch, UB Chemnitz (
osächs.
,
1541
):
Im reisigen stal: vii pferde mit schiff und geschir –, vii beschlagene wagen, ii orthscheidt.
Lexer, Tucher. Baumeisterb. (
nürnb.
,
1464
/
75
):
Von einer sleipfenketten und ortscheit zu beschlahen siben pfenning.