orgeln,
V.
›die Orgel spielen‹ (als Teil kirchlicher Rituale);
zu 3.
Wortbildungen:
orgelei
›Orgelmusik‹ (im Beleg abwertend gebraucht),
orgeler
,
orgelerin
.

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Er [vatter] hait sere lieb soliche orgelerynne [frouwe Gods dinst], | Solich gedone und die spielerynne.
Dedekind/Scheidt. Grob.
104, 33
(
Worms
1551
):
wechsel also jmmer mit / | Wie mit den baͤlgen thon die schmidt / | Vnd ichs bein orglen gsehen hab / | Ein balck auffgeht / der ander ab.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
darnach der cardinal den segen gab alspald wart georgelt und der kaiser wart zu der Ee tuͤr hin auß gefuͤrt.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
251, 33
(
nobd.
,
1. H. 16. Jh.
):
die vesper de festo concepcionis Marie, darzu sol man auch orgeln.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
v. 1536
):
An sant Urlichs tag [...] haben des kaisers canterei, trumether, baugger und orgler das ampt gesungen.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
[kayserliche mayestat] ließ ampt und messen singen und lesen mit orglen und ander solennitet.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Als dy argeley, wen dy ror nicht rechtlich lautent zesam, ist unczimlich ze horen.
Niewöhner, Teichner
440, 39
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
ain weiz predig zu hoͤren | ist vil nuͤtzzer eim tumen man | denn pey zehen messen stan | dw man orgeln tut und singen.
Wendehorst, a. a. O.
206, 15
;
Buijssen, Dur. Rat.
9, 21
;
Schmitt, Ordo rerum
261, 5
;
664, 2
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 91
.