onich,
onichel,
der
;
vereinzelt auch:
onix,
onyx
;
über
mhd.
ônich
() aus
afrz.
onicle
, dies aus
lat.
onyx
,
griech.
ónyx
(
Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1932, 167
;
1943, 393
;
Pfeifer
2000, 950
);
hohe Schreibvarianz.
1.
›Onyx‹; ein Halbedelstein, der (oft im Cumulus mit anderen Steinen) der Überhöhung von Bauwerken, der Heraushebung der Schönheit von Frauen (darunter der Jungfrau Maria) dient.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , , , , (
der
) 1, , 1, , , , , , ; vgl. .
Syntagmen:
den o
. [wo]
finden, polieren
;
der o. scheinen, schein halten
;
etw. aus o. gemacht sein, ein hof mit onichen gepflastert sein, eine staffel von o. sein
;
der zarte o
. (für eine
frau
).
Wortbildungen:
onichstein
(a. 1525 f.; Gw zu 4).

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
1. Mose 2, 12
(
Wittenb.
1545
):
da findet man Bedellion vnd den eddelstein Onix.
Palmer, Tondolus (
Speyer
um 1483
):
dan ir [mure] gestein wz Cristallen, Crisoliten Iaspis Iacinctus Smaragten Saphirus Anichinus Theopasion Sardus Amatisten vnd granat von disen gesteinen schein es gar hubsch.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
54, 1
(
Frankf.
1535
):
Korniol / Koman / Onichilum / Agat / Chalcidonien / Jaspis sol man Polirn auff Zyn / mit trippel farb / odder feurstein / auff birbaumen holtz.
Knape, Messerschmidt. Bris.
43, 37
(
Frankf./M.
1559
):
der hof heraussen / was mit Onichen vnd Topasien gepflastert.
Pyritz, Minneburg
4677
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Ez sint vergangen jar und tag | Daz min fraw, der zart onychel, | Ist gewest gein mir so stichel | [...] Daz mir worden ist lideschertig | Min freude.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Ir [Mariae] nagel haltend liechten schin, | Sam onichin der edel stain.
Maaler (
Zürich
1561
):
Onichel / Edelgestein so auch Chalcedonius genañt. Onyx.
Morrall, Mandev. Reiseb.
156, 27
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Die staffel da der hin uff gät ze tisch, der erst ist von ainem stain haisset onicol, der ander von cristall, der drit von jaspis.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.  (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz […] onix […] ain paumzaher sei, der fliez auz ainem paum und werd sô hert, daz der stain dar auz werd.
Luther. a. a. O. 2. Mose
28, 20
;
Fischer, Brun v. Schoneb. ;
Belkin u. a., a. a. O.
174, 8
;
Pyritz, a. a. O.
181
;
Wackernell, H. v. Montfort ;
2.
ein Gewürz; ›als wohlriechendes Gewürz metaphorisiertes Ich‹.

Belegblock:

Bentzinger, Erf. Historienb., Ex.
30, 34
(
thür.
,
15. Jh.
):
Nem stakten, onycham, galbanum und auch wissen wirouch.
Sachs (
Nürnb.
1564
):
Ich [die weisheit] gab ein geruch ausserkorn | Von mir, geleich wie cinnament, | [...] Wie onich und auch der galban, | Und wie im tempel der weyrauch.