obschweben,
V.
1.
›vorangehen, als Richtschnur dienen, in religiöser / rechtswirklicher Würde übergeordnet sein‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Luther, WA (
1535
):
Ob gleich Christus das Euangelion gestifftet, [...], Doch das unangesehen, wir die herrn aller herrn urteilen, das unser Canones und gewonheit sollen furgehen und obschweben.
Ders., WA Br. (
1521
):
ich bin [...] urpeutig, [...] mich underweisen zu lassen, mein leer und buͤcher jederman willicklich zu untergeben, [...] und anzunemen, nichts außgeschlossen dann allein das heilig, frei, lauter und klar wort gottes, das billich soll obschweben und aller menschen richter bleiben.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Auffm Wasser offt Schiff wern vntergangen, | Hett nicht obschwebt des Creutzes Fahnen.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
ist der sin dez gesanges, wie dú [virgo] rein kúngin obswebt in eren und wirdekeit allem himelschen her.
Bihlmeyer, a. a. O. .
2.
›anliegen, in der Luft liegen, bevorstehen, drohen‹.

Belegblock:

Jörg, Salat. Reformationschr.
297, 7
(
halem.
,
1534
/
5
):
daruf ward man raͤtig / mit vilfalltiger erwegung aller ob schwaͤbenden dingen / das [...] / jetz nit guͦtt noch kumlich waͤr mit disputatzen umzgan.