oblei,
die
,
vereinzelt
das
;
-(e)s
(für
das
)
/-en
;
über
mhd.
oblei
aus
mlat.
oblagia, oblagium
o. ä. (; ).
›Zuwendung an eine kirchliche Einrichtung‹ und metonymisch Anschließbares.
Nobd. / oobd.; in der 1. H. des 16. Jhs. auslaufend; meist Rechts- und Wirtschaftstexte.
a) ›Zuwendung in Form von Naturalien (
enten, gänsen, hünern, eiern
) oder als Geldleistung (
zins, rente
) dargebrachte Abgabe, Stiftung an eine kirchliche Einrichtung‹ bzw. (konvers:) ›Einkünfte, die eine solche Einrichtung entgegennimmt‹.
Bedeutungsverwandte:
1.
Syntagmen:
eine o. bedenken, die o. zusammen rechen
;
die o. für wein, an eiern / hünern
;
x mut obleies
.
Wortbildungen:
obleigut
›Stiftungsbesitz‹ [auch zu c) stellbar].
b) ›kirchliches Amt, das eine solche Stiftung verwaltet‹.
Syntagmen:
jm., den herren, dem gotteshaus etw
. (z. B.
zu eigen, zu selgerät
)
in der o. dienen / geben / schaffen
;
jm. etw
. (Subj.)
in die o. gefallen
.
Wortbildungen:
obleier
›Stiftungsverwalter einer
oblei
‹,
obleihaus
,
obleimeister
,
obleimeisterin
.
c) ›Bezirk, Bereich, auf dem eine Stiftung beruht und für den sie gilt‹.
Bedeutungsverwandte:
3b.
Syntagmen:
eine o. besetzen
;
in einer o. sitzen, etw. (ein grund, eine zehent) in eine o. gehören
.

Belegblock:

Zu a):
Beyer, UB Erfurt (
thür.
,
1350
):
[Wir verkoufen ... das dorf] mit gulden, czinsen, rentin, oveleygen, mit allen rechtin, friheyten, erin, nuͤczen, gewonheytin.
Wolf, Rothe. Ratsged. F
436
(
thür.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Oblei, geschencke, | Selgerete: als wol bedencke.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1466
):
[Zu entrichten sind:]
Von einem Mut oblais und mallgut 3 sh. dn.
Beyer, a. a. O. ;
Uhlirz, a. a. O. ;

Zu b):
Mon. Boica, NF. (
nobd.
,
1414
):
Er reichet auch dem obleyer des closters [...] jerlichen dreyundfunfczig pfenyng.
Thiel u. a., Urk. Münchsm.
172, 35
(
moobd.
,
1350
):
Dorvmb haben wir in gegeben ze rechtem selgeræt in ir oblay vnsern hof.
Hör, Urk. St. Veit
70, 2
(
moobd.
,
1350
):
[Wir] verjehen offenbar mit disem brief, daz Ch(unrat) der Weittas den herren in di oblay ein halb pfunt ewigs geltes hat gegeben zuͦ einem ewigen selgeraͤt.
Ebd.
75, 6
(
1358
):
di guͤt vnd wismat sint alle freyes aygen, mit der beschaiden, daz in di zwai phund geltz alle jar jaͤrleichen geuallen schullen [...] in ir oblay aus den vorgenante guͦten.
Ebd.
95, 25
(
1368
):
vnd haben in geaygent vnd geben ewichlichen in ir oblayguͤt [...] vnser gewoͤnlich maystewer.
Fuchs, Kart. Aggsbach (
moobd.
,
1387
):
do man alle iar von dient unser frawn goczhauss in ir oblaÿ.
UB ob der Enns
10, 177, 28
(
moobd.
,
1383
):
hat er dem
Otten [...] ein chaufrecht
gegeben zu obigem Dienst Abfahrt und Auffahrt, welche dem
oblaymaister
zufallen.
Ebd.
590, 30 (1390):
darumb sol man von dem vorgenanten gut den herren in ir oblai geben sechs schilling phening [...], vnd dem oblaier vier hüener.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1400
):
Elspet die Hallerin, oblaimaisterin, und der convent gemainchleich desselben vraunchlosters bestätigen, dass [...].
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
, Hs.
M. 16. Jh.
):
Es ist Sant Pölten gotshaus gefreut das in dem gottshaus daselbst, [...], in dem oblaihaus und in dem Lüeglein bei ainer peen vierzige mark golts gefuerste freiung ist.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe ;
Hör, a. a. O.
210, 37
;
UB ob der Enns ;
10, 15, 29
;
Uhlirz, a. a. O. ;

Zu c):
Mon. Boica, NF. (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
das covent von der obley zu Heydenheim ½ lb. hlr. Viti.
so gehoͤrt aller gereuͤttzehendt zu Stauff umb daz slosz an dy obley gen Eysteten.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
458, 11
(
nobd.
,
1528
):
welche behausung von den erwirdigen hern Leonhard Fabri, [...], von einem obley, des er ytzunt besitzt, zu lehen rurt.
Staub, Qu. Wien (
moobd.
,
1394
):
haus, des grunt weilent in die oblay ze Newnburg gehort hat.
Wopfner, Bauernkr. Tirol (
tir.
,
1525
):
vil mer beswernŭssen, der ye ain stab oder oblay mer dann das annder hat, antzŭbringen.
Die nachpaŭrschafften zŭ Rotenbŭrg [...] sambt der oblay zŭ Minster.