oblei,
die
,das
;-(e)s
(für das
)/-en
;›Zuwendung an eine kirchliche Einrichtung‹ und metonymisch Anschließbares.
Nobd. / oobd.; in der 1. H. des 16. Jhs. auslaufend; meist Rechts- und Wirtschaftstexte.
a) ›Zuwendung in Form von Naturalien (
enten, gänsen, hünern, eiern
) oder als Geldleistung (zins, rente
) dargebrachte Abgabe, Stiftung an eine kirchliche Einrichtung‹ bzw. (konvers:) ›Einkünfte, die eine solche Einrichtung entgegennimmt‹.Syntagmen:
eine o. bedenken, die o. zusammen rechen
; die o. für wein, an eiern / hünern
; x mut obleies
.Wortbildungen:
obleigut
b) ›kirchliches Amt, das eine solche Stiftung verwaltet‹.
Syntagmen:
jm., den herren, dem gotteshaus etw
. (z. B. zu eigen, zu selgerät
) in der o. dienen / geben / schaffen
; jm. etw
. (Subj.) in die o. gefallen
.Wortbildungen:
obleier
oblei
‹, obleihaus
obleimeister
obleimeisterin
c) ›Bezirk, Bereich, auf dem eine Stiftung beruht und für den sie gilt‹.
Syntagmen:
eine o. besetzen
; in einer o. sitzen, etw. (ein grund, eine zehent) in eine o. gehören
.Belegblock:
Zu a):
[Wir verkoufen ... das dorf] mit gulden, czinsen, rentin, oveleygen, mit allen rechtin, friheyten, erin, nuͤczen, gewonheytin.
Oblei, geschencke, | Selgerete: als wol bedencke.
[Zu entrichten sind:]
Von einem Mut oblais und mallgut 3 sh. dn.Zu b):
Er reichet auch dem obleyer des closters [...] jerlichen dreyundfunfczig pfenyng.
Dorvmb haben wir in gegeben ze rechtem selgeræt in ir oblay vnsern hof.
[Wir] verjehen offenbar mit disem brief, daz Ch(unrat) der Weittas den herren in di oblay ein halb pfunt ewigs geltes hat gegeben zuͦ einem ewigen selgeraͤt.
di guͤt vnd wismat sint alle freyes aygen, mit der beschaiden, daz in di zwai phund geltz alle jar jaͤrleichen geuallen schullen [...] in ir oblay aus den vorgenante guͦten.
vnd haben in geaygent vnd geben ewichlichen in ir oblayguͤt [...] vnser gewoͤnlich maystewer.
do man alle iar von dient unser frawn goczhauss in ir oblaÿ.
hat er dem
Otten [...] ein chaufrecht gegeben zu obigem Dienst Abfahrt und Auffahrt, welche dem
oblaymaister zufallen.
darumb sol man von dem vorgenanten gut den herren in ir oblai geben sechs schilling phening [...], vnd dem oblaier vier hüener. Ebd.
590, 30 (1390): Elspet die Hallerin, oblaimaisterin, und der convent gemainchleich desselben vraunchlosters bestätigen, dass [...].
Es ist Sant Pölten gotshaus gefreut das in dem gottshaus daselbst, [...], in dem oblaihaus und in dem Lüeglein bei ainer peen vierzige mark golts gefuerste freiung ist.
Zu c):
das covent von der obley zu Heydenheim ½ lb. hlr. Viti.
welche behausung von den erwirdigen hern Leonhard Fabri, [...], von einem obley, des er ytzunt besitzt, zu lehen rurt.
haus, des grunt weilent in die oblay ze Newnburg gehort hat.
vil mer beswernŭssen, der ye ain stab oder oblay mer dann das annder hat, antzŭbringen.