obeser,
auch
obesler,
der
;
–/-Ø
.
›Obsthändler, Angehöriger eines nicht besonders angesehenen, auch von Frauen ausgeübten Berufes‹ (vgl. zum Frauenanteil
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 90
), teils dient
obeser
der namentlichen Identifizierung e. P. (z. B.
der obeser von Wien
,
Sedelmeier obeser
);
zu 1.
Obd.; Rechts- und Wirtschaftstexte sowie berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , 2, , , , , .
Syntagmen:
der o. gerechte masse haben, die masse aus dem kaufhause nemen, aufgehaufte masse geben, 1 woche x denar
[als Wochensteuer]
geben
;
die zunft der obeser
.
Wortbildungen:
obeserhütte
,
obeserin
(auch zur Identifizierung eines Ortspunktes gebraucht).

Belegblock:

Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
[es] ging am Zottenperg an die obserin.
Voc. Teut.-Lat.
x vijr
(
Nürnb.
1482
):
Obsser. pomilio pomo.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
Man maht ouch vil lutes zuͤ nüwen antwerken die vormols kunstofeln worent, alse schüfelute, kornkeufer, seiler, wagener, kistenere, grempere und underkeufer und winsticher und obeßer.
Roder, Stadtr. Villingen (
önalem.
,
1573
):
er soll auch achtung geben, daß de öbsler gerechte messli haben.
Müller, Nördl. Stadtr. (
schwäb.
,
1370
/
5
):
Wa opser hie ir gewonliche schragen oder tisch an markttagen mit dem ops nit prauchen und sonst zu markt stän wölten, das mögen sie thun, aber [...].
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1477
):
das alle opserhüttin und andere kramen, so der zeyt auff dem berlach zuͦ fahlem marckt gestannden, zuescheyttert wurden.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
1410
/
12
):
Die vragner und di obser [...] suͤlen daz obs geben mit aufgehauftem mazze.
Auer, Stadtr. München (
moobd.
,
n. 1347
):
auch süllen flaischel, fragner und obscher nach irr gewonhait panpfenning geben.
Müller, a. a. O. ;
Dirr, a. a. O. ;
Vogel, Salb. Heiliggeistsp.
26, 20
;
43, 13
;
ders., Urk. Heiliggeistsp.
1, 165, 38
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 90
;