nespel,
die
;
–/-n
;
mehrfach belegte Form von .
›Mistel (als Strauch wie als Frucht)‹.
Gehäuft obd.
Phraseme:
j. hat die nespeln nicht alzeit gereinigt
›j. hat nicht immer gesetzesgetreu gehandelt‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
nespeln ansehen / nemen
(als Arznei)
/ essen
,
in arznei weise nützen, der apfelbaum nicht nespeln tragen
;
nespeln
(Subj.)
in dem leibe fest machen, die übergalle vertreiben, den magen stärken, nicht aus colera wachsen
;
der nespeln als einer arzenei bedürfen
.
Wortbildungen:
nespelbaum
.

Belegblock:

Perez, Dietzin
2, 537, 21
(
Frankf.
1627
):
er wolle damit anzeigen [...] daß einem jeden seines Naͤchsten oder Gesellen Brot besser schmecke als das seine / vnd daß auch er
[Statthalter]
die Nespeln nicht allezeit gereiniget.
Strauss, A. v. Villanova dt.
179
(
obd.
, Hs.
1421
):
Nespelen machet vaͤste yn dem leybe vnd vertribet ubergelle.
Sudhoff, Paracelsus (
1528
):
sehet an die nesplen, sie wachst weder aus colera noch aus melancholia, sie wachsen aus der confluenz der anatomei.
Ebd. (
1529
/
32
):
so sie [natur] ein nesplenbaum in der anatomei hat, so wird ein nespelnbaum.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
VON DEM NESPELPAUM. Mespilus oder esculus haizt ain nespelpaum. der paum hât nâhent pleter sam ain küttenpaum.
Eis, Gesundheitsl.
163, 5
(
oobd.
,
1520
/
30
):
oͤpffel, pyren vnd nespeln bedörffen wir nit als eyn speyse, sunder als eyner arcztey.
Barack, Zim. Chron. ;
Bremer, Voc. opt.
48120
;
48168
;
Pfeiffer, a. a. O. ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Vgl. ferner s. v. .