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mummeln,
V.,
nach
Kluge/S.
2011, 639
lautnachahmend; vgl. auch .
›leise, heimlich, hinterhältig, verstohlen sprechen, reden, raunen, flüstern; von jm., über jn. / etw. schwatzen, munkeln, hämisch, lästerlich reden‹; auch: ›lallen‹; daran anschließbar: ›etw. herunterbeten, ableiern‹ (von protestantischer Seite abwertend gegen das den Katholiken unterstellte bloß rituelle Sprechen religiöser Texte gebraucht).
Bedeutungsverwandte:
; vgl. , .
Wortbildungen:
mum
(Interj.; wohl lautmalend für das Kaugeräusch),
mumlung
.

Belegblock:

Luther, WA (
1520
):
Mummelen mit dem mund ist leicht odder yhe leicht angesehen: aber mit ernst des hertzen den worten folge thun in grundtlicher andacht, das ist begirden unnd glauben.
Ebd. (
1525
):
Der Satan mummelt und kawet die wort ym maul.
das yn aller welt ymer ein gros heimlich mummeln und klagen gewest ist widder die geistlichen.
Ebd. (
1531
):
vom Freien willen. Da mummeln sie von, als hetten sie heissen brey jm maule.
Ebd. (
1533
):
Hie gilts nicht den brey im maul weltzen und Mum, Mum sagen, Man muss jn nicht leren: Gleube den leib, den Christus meinet, Sondern den brey aus speien und das Mummen lassen.
Ebd. (
1532
):
was jm [prediger] befolen jst zupredigen, nicht schweige noch mummele, sondern on schew und unerschrocken bekenne.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
239, 5998
(
Magdeb.
1608
):
Er seuffzet auch von hertzen grund / | Vnd mummelt das mit halben mund / | O trewer Freund [...].
Chron. Köln (
Köln
1499
):
dat tuschen eme ind sime naevolgere etzliche gedinge ind schentliche overdrach sin gemacht gwest, dairup was ein grois mummelen.
Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
als ich [...] sulte in den rait gain, wart ein mommelen, als wolte man mich nit in laissen gain.
Ebd. (
1588
):
man wil mommeln, die Bergschen [...] sulten mit den Bonnern under der decken ligen.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 78, 6
(
hess.
,
1533
):
wiewol der frauen keine izt sagen wil, wie dan die mummelung und sage im dorf erstlich gewesen ist [...], so [...].
Schade, Sat. u. Pasqu. (
nobd.
,
1524
):
Darbei von großem gots dienst sagen, | Als schreien, heulen, mumlen, kerren, | Lang metten in der kirchen blerren.
Sachs (
Nürnb.
1554
):
Es mummelts von dir iedermann | Im dorff und in der gantzen pfarr.
Bell, G. Hager
603, 1, 9
(
nobd.
,
1609
):
Das er mecht er faren be reit, | wer doch der dieb mecht seine. | Die mumlung ging ge meine | auff ein Bauren mit macht.
Lemmer, Brant. Narrensch.
33, 42
(
Basel
1494
):
Dar zuͦ die nochburn mumlen all | Er hab mit jr teyl vnd gemeyn.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Frankf.
1546
):
,Sie [Huͤner] mumlen schon, [...]‘. Die Magd gieng eilends heim, saget es der Frawen. Die Frau schicket eilends hin: was sie mumelten? Die Schultheissin sagt: ,Sie mumlen: Die Frau bule mit dem Pfaffen‘.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 362, 7
(
Hagenau
1534
):
Man mummelt so lang von eynem ding / biß es außbricht.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Hargegen mumlet der ander teil, [...], man woͤlte [...] des richen und truͤwen kuͤngs nuzlichen friden nit annemen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Ein marckt davon ein wild Gerüsch vnnd groß mumlen ist. Forum argutum.
Mumlen / Brumlen / Linß reden. Susurrare. Mumlen vnnd gemeinlich sagen er seye ein feynd.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1524
):
da ist ein groß mumeln unter dem volck worden.
die im garten waren gewesen, die mumleten haimlich wie ain wetter, das still ist.