made,
der
,die
;–/-n
;›Made, wurmartig gedachte Insektenlarve‹; speziell wohl ›Fliegenlarve‹; teils wird sie gezüchtet (z. B. zu Köderzwecken), teils denkt man sie sich durch Urzeugung entstanden; nach den Belegen wachsen sie in Pflanzen, im Fleisch von Menschen und Tieren, fressen diese schmarotzerhaft auf, werden aber auch zur Herstellung von Arznei genutzt; generell negative Bewertung, mehrfach zur drohenden Erinnerung an die Vergänglichkeit des Menschen inszeniert.
Phraseme:
maden in den wunden (sein)
›Gegenteiliges bewirken; etw. verschlimmern‹.Syntagmen:
maden zeugen / finden / weren / fürkommen, zu pulfer brennen
(zu Heilzwecken), jm. unterstreuen, eichäpfel, der gaul maden haben
; maden
(Subj.) auskriechen
, [wo] wachsen, jm. schaden, jn. fressen / verzeren, aus dem schaden
(›aus den Wunden‹) gehen, in js. blut baden
, [wohin, z. B. in das obst
] kommen
, [wo, z. B. im leib, in den füssen / händen
] wachsen / wülen
(z. B. im rücken
), sich von js. ase beren
; etw. vol maden stecken
; käse zu maden werden
; die maden des fleisches, in der wunde, im holz, in der erde
; böse / dicke / greuliche / schädliche / weisse maden
; die speise der maden
.Wortbildungen:
madechtig
maden
maden|as
madenbremse
mad|essig
madenheilig
madenspeise
madenstank
madicht
madig
Belegblock:
das sie auch fürgeben, der Christlich glawbe sey auß, wenn man yhn die warheit sagt und saltz yhn yhre garstrige wunden unnd maden
[Satzbruch].
und [ich] fule eitel traurigkeit, schwermut [...], dazu tod, grab und maden, so mich verzeren sollen.
etiam madenstanck unter seinen henden.
das die falsschen heiligen predigen und Tuncher sein werden, Madenheiligen, Stanckheiligen da sein werden.
Tantum historiam, non virtutem etiam. quam tribuunt iren stinckenden garstigen, madigen operibus.
solch hand, zung, die nichts ist denn Madenspeise.
Wie die Moren jhr todten essen / | Die Hund muͤssen den Perser fressen / | Das sie nicht faulen / vnd die maden / | Jn jhrem fleisch / vnd blute baden.
Ebd.
308, 1483
: [WEr] niemand dient / sich nur dienen lest | [...] | Als die Maden im holtz vnd Erd / | Jst durchaus keiner ehren werth.
Ebd.
687, 5688
: [DJe Krebs] Stiessn vnd bissen gleich wie Embsen / | Die Raupen / vnd die Maden bremsen.
Merke ouch dusze arczedye. Nym honich vnde reyneworme, maden, iclikes gelych, bernes to puluere.
haint sy [eicheppel] fligen so is idt eyn myddell jair. haint sy maeden. bedudet eyn guyt jair.
Wir sollen keuffen salben, [...] | das ehem nicht moegen geschaden | dye wyrme nach auch dye maden!
[
sie, Welt,
ist]
Krumb, lam, beinbruͤchig, hackrig, hinckendt, | Gar schwach, verwund, faul, madig, stinckend. Wan nach dem tode sich dor in | Der mensch verwandelt libes halb | Rcht als eyn ander todes kalb, | Dor uz bin der erden graden | Wachsen wurme und maden.
Wann [...] die sonne drauf scheinet, so wirdet es lebendig wie weisse maden mit schwarzen köpfen, umbkreucht und naget die beume.
Ebd.
179, 4
: Maden zu zeugen, so man an die angeln brauchet. So nim ein schwarz hun, [...], grabe es ehlentief 14 tage in den mist, so findest du maden.
die ist recht als ein böser made, | der in ein obez komt ungeladen.
der ruken was ir faul. | darynn sah ich die maden wulen.
O Fleisch, O Madenaß, | O Fleisch, O Wasser Blaß.
Die fúchte [spyse] stopfet vnd madet.
si [súnd] zúget schádlichen maden | músigen, satten hertzen.
das alle die kes under den warmen sternen in der zeit augusti, julii rc zu würmen werden oder maden.
Wo nun ein wunden ins fleisch geschlagen wird, primum est, das man die zufell were, nemlich tumorem, eiterung, maden.
Der Mensch ist ein Speise der (maden).
Wellich gest nit geren bezalen, | Vnd vsz dem käs manigen
[=
made?]
schalen, [...] Der selben gest ich geren gerat! Maden werdent dir vndergestrêt, vnd dein huͤl, das werdent wuͤrm.
Wann ain gaul maden hat. [...] Holer, du solst gebunden stan, biß du haist die wirm oder maden auß dem schaden gan. In dem namen des Vatters.
süllen sy [fleischakerr] altzeit als das fleisch peschawen, [...] nicht stingkund noch mad ëssig noch phinnod seÿ.
Peil, a. a. O.
335, 2321
; Dedekind/Scheidt. Grob.
93, 20
; Rohland, Schäden
474
; Gille u. a., a. a. O.
164, 82
; Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 190
; Bremer, Voc. opt.
46079
; Schles. Wb.
2, 833
.‒
Vgl. ferner s. v. .