mästen,
V.;
teils ohne Umlaut(schreibung).
1.
›(ein Schlachttier), (vereinzelt:) jn. / sich mästen‹; speziell von Vögeln: ›(Schlachtgeflügel) stopfen‹; mehrfach ütr.; vgl. (
die
) 1.
Phraseme:
fremde tauben mästen
›Schmarotzer durchfüttern‹.
Bedeutungsverwandte:
1, .
Syntagmen:
einen barg, marder, kühe / säue / schweine / schöpse (feist) m., den (schmer)bauch m., got die gotlosen zur schlachtbank m.
;
sich wie eine sau m., jn. mit gitzenfleisch, got zur schlachtbank m., der teufel sich in hoffart m.
;
die abgötterei gemästet sein
;
der gemästete kapaun / ochse / stier / vogel, das gemästete kalb / schwein / vieh, die gemästete taube
.
Wortbildungen:
mastspeise
,
mästtiergarten
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
46, 21
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
ire kouflute, dy do wonetin mittin in ym als dy gemestin kelbir, habin sich ummegekart.
Ders., Marienb. Konventsb.
248, 19
(
preuß.
,
1411
):
34 borge, dy worden dem kochmeyster off den coven czu legen czu mesten.
Luther, WA (
1522
):
so weydet und mastet er [mensch] sich drynnen wie eyn saw ym dreck.
Ebd. (
1526
):
wissen aber nicht, das sie [Chaldeer] Gott damit zur schlachtbang mestet.
Ebd. (
1526
):
wol gemest sein macht abgoetterey.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
288, 876
(
Magdeb.
1608
):
Wenn er nicht wuͤst worumb? Wozu / | Er das oder ein anders thue? | Obs sein sey / oders gemeine best? | Odr ob er frembde Tauben mest?
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk. (
osächs.
,
1343
):
Dîn brûder ist kuͦmen, und dîn vater hât nider geslagen ein gemestit
[
Mentel
1466:
faistes
]
kalp.
Sachs (
Nürnb.
1552
):
Das fasten lag mir an genaw, | Ich mest mich wie ein becken-saw.
Ebd. (
1562
):
[Der guckug] [...] Ist eingschleicht worden in sein nest, | Und sich von ir weydent und mest | Und wird ansehlich, feist und groß.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Vivarium, Ein ort da man thier zuͦ speiß züchtet / ein weyer / teych / mest thiergart.
Adrian, Saelden Hort
6630
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
ve marder, swin, weld und zam | die mestet wol der akerman.
Maaler (
Zürich
1561
):
Mastspeyß die wol mestet / mestung oder feißte allerlei speysen die einen menschen feißt machend.
Mesten / Feißtmachen / Jn die mestung legen. [...]. Die seüw eynlegen zuͦ Mesten / Die seüw Mesten.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Dem Bawrsaman ist sein garten so nutzlich / als sein gemestes Schwein.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
1310
/
2
):
von zwain sweinen, die man her wider aus dem ase treibet gemesten, einen pfenninch.
Perez, Dietzin
1, 129, 23
;
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
84, 28
;
Hauber, UB Heiligkr. ;
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 94, 281
;
2.
in verschiedenen, nur je einmal belegten Übertragungen: ›(der
sele
) Nahrung geben‹; ›(die
warheit
) gedeihen lassen‹; ›jn. mit Unwesentlichem anfüllen‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1518
):
darumb bleibet dye sele hungerigk und werdt nicht gemestet.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Lerende wart er mesten | Ire sele offenbar.
Stackmann u. a., Frauenlob
11, 5, 9
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
wil man die warheit mesten, | als uns wil liegen sich mit kundem werren?
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
um 1480
):
Manch ley durch die ding wirt gemest | Mit puncktlin der er vor nit west.
3.
›etw. (
die frucht
) zum Reifen bringen‹.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
14, 67
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
wenn der ögst gät in | und des klaren sünnen schin | die fruht
(Akk.obj.)
begint denn masten.