kus
(vereinzelt
kusch
),
der
;
–/küsse
.
›Kuß, Berührung mit den Lippen als Zeichen der Liebe, zur Bekräftigung eines Rechtszustandes, als Zeichen der Verehrung, des Friedens‹; zu (V.).
Bedeutungsverwandte:
1
.
Syntagmen:
einen k. empfangen / tun, jm. einen k. bieten / geben; ein k.
(Subj.)
beschehen; jn. mit einem k. hingeben / überantworten / verraten, etw. mit einem k. bestetigen, jm. den mund zu einem k. bieten; k. des friedens / grusses / mundes, der freuden / minne / sele, der sterne; brennender / falscher / freundlicher / geistlicher / gelerter / götlicher / lieblicher / stinkender / süsser k
.
Wortbildungen:
kusdinglein
›Kußtäfelchen in einer Kirche‹ (a. 1530).

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
er hât sîn wort in mînen munt geleget – daz ist der kus der sêle.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
538, 1009
(
Magdeb.
1608
):
Mein Fraw [...] Both jhr zu einem Kuß den Mund | Aber sie biß jhr die Nase wund.
v. Ingen, Zesen Rosenw.
78, 22
(
Hamburg
1646
):
saß magd und huͤrte | und vermaͤhlten stimm‘ und kuß | unter einer schoͤnen mirte.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk. (
osächs.
,
1343
):
Jûda, mit dem kusse gibes du hin des menschin sun?
Trunz, Meyfart. Tub. Nov.
47, 13
(
Coburg
1626
):
Also wird er [...] sie kuͤssen mit dem Kuß seines Mundes.
Harsdoerffer. Trichter (
Nürnb.
1653
):
Der sanffte / gelinde / Hertzverbindliche / suͤsse / Hoͤnigmilde / vereinte Lippenhauch / der Lippen Freundschafft / Bande / deß holden grusses Kuß.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Du solt ir billich von minnen als menigen lieplichen kuss bieten, als menigen bittern si durch dich hat erlitten.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
Es geschach einem sunderlichen frúnde unsers herren, dem bot unser herre sinen goͤtlichen kus.
Guth, Gr. Alex. (Hs. ˹
oobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
Solt mir dein rotes mündlein | Zu ainer stund ain kusselein | Gend, so würd ich gesünt.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
do gaben die zwen fürsten, einer dem andern, den fruntlichen kus zuͦ einem zeichen des fridts.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
110, 3
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Ob icht meng kus von paiden | an süessen mund und wenglein ward gethan.
Lappenberg, Fleming. Ged. ;
Fischer, Brun v. Schoneb. ;
Gille u. a., M. Beheim
283, 470
;
Franck, Decl.
351, 9
;
Wyss, Luz. Ostersp.
4424
;
Heidegger. Mythoscopia
60, 2
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
25, 26
;
Primisser, Suchenwirt ;
Vgl. ferner s. v. (V.).