kus
(vereinzelt
kusch
), der
;–/küsse
.›Kuß, Berührung mit den Lippen als Zeichen der Liebe, zur Bekräftigung eines Rechtszustandes, als Zeichen der Verehrung, des Friedens‹; zu (V.).
Syntagmen:
einen k. empfangen / tun, jm. einen k. bieten / geben; ein k.
(Subj.) beschehen; jn. mit einem k. hingeben / überantworten / verraten, etw. mit einem k. bestetigen, jm. den mund zu einem k. bieten; k. des friedens / grusses / mundes, der freuden / minne / sele, der sterne; brennender / falscher / freundlicher / geistlicher / gelerter / götlicher / lieblicher / stinkender / süsser k
.Wortbildungen:
kusdinglein
Belegblock:
er hât sîn wort in mînen munt geleget – daz ist der kus der sêle.
Mein Fraw [...] Both jhr zu einem Kuß den Mund | Aber sie biß jhr die Nase wund.
saß magd und huͤrte | und vermaͤhlten stimm‘ und kuß | unter einer schoͤnen mirte.
Jûda, mit dem kusse gibes du hin des menschin sun?
Also wird er [...] sie kuͤssen mit dem Kuß seines Mundes.
Der sanffte / gelinde / Hertzverbindliche / suͤsse / Hoͤnigmilde / vereinte Lippenhauch / der Lippen Freundschafft / Bande / deß holden grusses Kuß.
Du solt ir billich von minnen als menigen lieplichen kuss bieten, als menigen bittern si durch dich hat erlitten.
Es geschach einem sunderlichen frúnde unsers herren, dem bot unser herre sinen goͤtlichen kus.
Solt mir dein rotes mündlein | Zu ainer stund ain kusselein | Gend, so würd ich gesünt.
do gaben die zwen fürsten, einer dem andern, den fruntlichen kus zuͦ einem zeichen des fridts.
Ob icht meng kus von paiden | an süessen mund und wenglein ward gethan.
Lappenberg, Fleming. Ged. ;
Gille u. a., M. Beheim
283, 470
; Franck, Decl.
351, 9
; Wyss, Luz. Ostersp.
4424
; Heidegger. Mythoscopia
60, 2
; Dreckmann, H. Mair. Troja
25, 26
; ‒
Vgl. ferner s. v. (V.).