v. Ingen, Zesen Rosenw.
77, 19
(
Hamburg
1646
):
ob ich wohl nachmahls in diese buͤsche widerkommen bin / so hab‘ ich doch noch allezeit einen abfal von diesem geiste behalten.
Pfefferl, Weigel. Ges.
8, 28
(
Hamburg
1646
):
do war kein Krieg noch Streit des fleisches wider den Geist, noch des Geistes wieder das fleisch.
Das aber gesaget wirdt, durch Moysen ist das gesetz geben, die gnade aber durch Christum worden, soll man verstehen von dem Buchstaben vnd geiste.
On den geist verstehet man nicht das wort.
Geist heisset, was uber die Natur und menschlich vermoͤgen Gott in uns schaffet, nemlich geistlich erkentnis, liecht, verstand, so er uns offenbaret, dadurch wir Gott erkennen und uns zu jm keren.
so haben sie doch ein Adamantischen kopff und trotzigen geist, der da nienand weichen wil.
Er was genant ein grozer vater, | Den geist der virnunft hater.
Kehrein, Kath. Gesangb.
(
Köln
1582
):
Ja selig ist der mann fuͤrwar, | Dem got die suͤnde nicht auffmist, | Des geist on truͦg vnd falscheit ist.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
(
hess.
,
14. Jh.
):
wan iecliche werden so irvullit mit dem ubelen geist der stolzheide, daz sie sich dunkent ander ebdissen wesende.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
5, 9
(
Frankf./M.
1568
):
Doch lebn wir jetzt anderst auff Erdn / | Mancherley Orden / Rott vnd Sect | Da nicht viel Geistes innen steckt.
Hochmuͤhtig seyn. [...] sich auffwerffen [...] stolz / hoffertig seyn / die Augen hoch tragen / einen hohen Geist haben / auffbaͤumen / auffblasen.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
22, 11
(
Frankf./M.
1626
):
Ich fuͤhl ein Geist in mir / der Wunder wircken kan.
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Dêmüeticheit des geistes ist daz, daz er alles des guotes, daz got im iemermê getuot, sich als wênic aneneme oder zuoeigene, als er tete, do er niht enwas.
wan daz ist diu armuot des geistes, daz er alsô ledic stâ gotes und aller siner werke.
Ders., Eckharts Trakt.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz vleisch begert wider den geist und der geist wider daz vleisch.
Schönbach, Adt. Pred.
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
Mensche, nim den schilt des rechten gelouben in die hant und das swert des geistes, daz ist daz gotes wart.
Anderson u. a., Flugschrr.
19, 12, 20
([
Eilenb.
]
1524
):
du must nicht thun wie die klugen thun / eine͂ spruch hir den andern do furtragen / on starcke vorgleichu͂g des gãtzen geists der schrifft.
Böhme, Morg.R.
145, 9
(Hs. ˹
schles.
,
1612
˺):
Wirds so weit mit dir kommen / daß du des Authors geist und sinn ergreiffest.
Logau. Abdank.
169, 19
(
Liegnitz
1651
):
So hat Jhm auch GOTT fuͤr andern seines Standes / den Geist der Weissagung / das ist die gaben / Ihn auß seinem geoffenbahrten Wortte / nach wesen und willen richtig zu erkennen / reichlich mitgetheilet.
Gille u. a., M. Beheim
71, 88
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
die engel in dem himelreich | wurden gar ubertreffenleich | volkemlich sunder mengel | Geschepht in der nature | gar weit uber der menschen geist.
Reichert, Gesamtausl. Messe
29, 15
(
Nürnb.
um 1480
):
So wir [...] nun darein gemalet haben [...] sant Johansen Ewangelisten mit den tugenden der gehorsam und armut des geystes und keuscheyt wider dy suenden der kauffer und verkauffer.
Weil wir wissen in geistes-muth, | Daß trübsal gedult bringen thut.
So bleibt gott in uns, und sein lieb | Ist völlig in uns durch geistes-trieb.
Nun dise dein freundlich wolthat, | Die du mit thust auß geystes-rhat, | Wil dir wider vergelten ich.
Der küniglich prophet David | Das zway-und neunzigst psalmenlid, | Das er machet durch gaistes-sag.
du hast | durch geystes-glast | all Christen-hertz besessen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
69, 22
(
Nürnb.
1548
):
wer im Geyst / das ist / von hertzen bettet im namen Jesu / der soll gewiß erhoͤret werden.
Selig ist der mensch / dem der Herr die missethat nicht zurechnet / inn des Geyst kein falsch ist.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1431
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
In disem sturme von minnen stritent zwene geiste, der geist gottes vnd vnser geist.
got git ime die vierde gabe, daz ist den geist der stargheit.
Vetter, Pred. Taulers
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
daz der mensche blibe bi ime selber in demuͤtekeit und in armuͦte sines geistes.
das sint die geworen armen des geistes, hettent si och alle ding.
als er vierundneuͤnczig jar alt was, hat diß werck mit prÿnendem geist williklichen gemacht.
Schmidt, Rud. v. Biberach
149, 20
(
whalem.
,
1345
/
60
):
so mvͤssen wir suͦchen ein weg, wie vnser geist mvg komen zvͦ enpfintnissi dirre bekorvnge.
das der planet caducus sein besitzunge in der anatomei des geists der empfindlikeit hat.
Koller, Ref. Siegmunds
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
hie offenet keyser Sigmund, was im fürkummen ist in dem geiste zuͦ Presburg uff dem uffarttage.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ain holen âder gêt von dem hirn zuo den augen, diu haizt opticus, diu tregt die sinnelichen gaist zuo den augen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
30, 28
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
er enphalich sich dem vater sein | und naigt das hawpt in jamers pein | und sein geist / er do auflie.
Wolf, Norm im sp. Ma.
42, 40
(
oobd.
,
1486
):
Also das der selen feindt, dy muessikeit, werd ausgeschlossen vnd das sy nit ausleschen den geist des heiligen gepeczs vnd der andacht.
wann von dem fleischleichen vater hat er [der mensch] daz fleisch vnd von dem geistleichen vater den geist.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
63, 11
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
daz er chert oder naigt den gaist oder die verstentnuͤss zu ainem menschen, der im geraten oder gehelfen mag.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
13, 8
(
tir.
,
1464
):
Des ward er etwas pewegt zu wainen vnd petrübt sein geist vnd ward zähern.
Anderson u. a., Flugschrr.
26
, (o. O. [
1522
]):
in dem erkenne͂ wir den gaist der warheit / vñ den gaist d‘ irru͂g.