gaffen,
V.
›mit offenem Mund, erstaunt, gedankenlos, begierig (auf etw.) blicken‹; dann auch: ›erwartend, hoffend auf etw. schauen, sehen‹.
Phraseme:
wieder den bakofen gaffen
›sich gegen Größeres, Stärkeres auflehnen, aufbegehren‹.Wortbildungen:
gaffung
Belegblock:
Nitt mitt augen immer gaffet, | Eia schlaffet, schlaffet ein.
Ein weites maul hat gnug zu schaffen, | Wenns widern Backofen will gaffen.
wir sehen vnd horen, wie aller menschen hertzen auff diesen Reichstag gaffen vnd warten, mit grosser hoffnung, Es solle gut werden.
es sey besser ein sperling jnn der faust denn nach einem kronch jnn der lufft gaffen.
Leute / die etwan vmb einer geringen / oder nichtigen vrsachen willen / alte Freunde verscherzen / vnd nach newen gaffen.
Das Glück habn die sonders geehrt / | Welch sich mit Muͤssiggang genehrt / | Gehofft vnnd gegafft allezeit / | Ob jhn ein gebratn Taub bereit. | Kem in den Mund geflogen ein.
Die ander, das er sein geleich also | nicht sach under den tiren, wo er gaffet.
Ey, als der dieb hett vil zu schaffen | Und thet sehr hin und wider gaffen.
letzlichen, gleich ob er gestorben, sinckete danider zu Boden, vnd mit wüsten geberden gaffete gen Himmel.
Aber darinn ligt ain verborgner schad. der ist / daz dise menschen / zuvil woͤllen gaffen wenn sy auff den berg kommen.
An in ain wiplich gaffen ward | Getan von menger frowen zartt.
ist es nicht also, dass, dieweil Mancher noch bei Leben ist, ein Anderer nach seinem Gut gaffet und ihm zueignet.