ewe,
die
;
zur etymologischen Zuordnung zu
ehe
vgl.
Pfeifer
2000, 308
;
Kluge/S.
2011, 264
; hier aus Gründen der Semantik und der Schreibung als eigene lexikalische Einheit angesetzt.
1.
›Ewigkeit, grenzenlose Dauerhaftigkeit‹; ›über jeden Anfang und jedes Ende, speziell über den Tod hinausgehende Zeitunbeschränktheit, wie sie
got
, dem religiös verstandenen Menschen sowie religiösen Glaubenstatbeständen (auch z. B. der
missetat
, der
sünde
) zugeschrieben wird‹.
Phraseme:
von ewe
›seit jeher‹;
von ewe zu ewe
›von Ewigkeit zu Ewigkeit‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Des arnen sie die missetat | Immer von ewen zu ewen.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
der jungelinc der moz monich sin oder ein abruͦmen von ewen zuͦ ewen.
[her] swor bi deme lebenden gotte, der da lebet von ewen zuͦ ewen.
daz de t
e
ouͦfe an deme menschen blibet von ewen tuͦ ewen.
Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
Ich vorvluche alle ir gut eren lyb vnd ouch yr sele von ewen tzu ewen.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Nu ist abe gestrichen | Gar von tuvellicher list | [...] | Lant, daz sin von ewen was.
Stackmann u. a., Frauenlob
2, 16, 4
(Hs. ˹
schles.
,
14. Jh.
˺):
wie got in siner ewen vant | den sun, als er daz wort gebar.
Dierauer, Chron. Zürich
20, 26
(
halem.
,
1415
/
20
):
Herre Jesus Cristus, wir loben dich von ewen zuͦ ewen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
das er mit Got wonet und in den klaren spiegel seiner heiligen und hochen Gothait sicht von eben zu eben.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
10b, 16
.
2.
›zeitlose, unwiderrufliche Gültigkeit‹ (von Käufen).
Bedeutungsverwandte:
vgl. 4.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
[di bruͤdre] bûwtin [...] | [...] | eine andre burc vest unde gût | in daz vorgesprochne lant, | daz der legât vorgenant | in beschît zu êwe.