erwerfen,
V.; unr. abl.
1.
›jn., ein Tier durch Bewerfen (z. B. mit Steinen) töten‹; ›jn. erschlagen, durch Wurfgeschosse, Schleuderwaffen töten‹;
zu 4.
Rechts- und Wirtschaftstexte sowie berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte:
1, ; vgl. 2, (V.) 2, .
Syntagmen:
jn. e., jn. an dem sturm, mit einem stein, mit einer bleide
›Wurfmaschine‹,
mit bengeln e., etw
. (z. B.
eine gans, hüner
)
e., einen hund mit einem wurfbeil e
.

Belegblock:

Gerhard, Hist. alde e
1619
(
omd.
,
um 1340
):
Abimelech irwurfen wart | Snel mit eime steine hart.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
1347 [...] do wart der von Schlüsselberg erborfen mit einer pleiden.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
um 1525
):
Am monttag nach Cantate sein drey hundert paurn [...] an sturm gangen, die all umbkommen sein, ain tayl erworfen, ain tayl erschossen, ain tayl durch feurwerck.
Sachs (
Nürnb.
1558
):
Mein schweinspieß machet löcher weit; | Mein wurff-beyhel geschliffen scharff, | Darmit ich nun ein hund erwarff.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
485, 25
(
els.
,
1362
):
Do erwurfent sú in mit steinen: also erfúllete er sine martil.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
Ob ainer ainem purger an dem hauß lusembt
[›beobachtet, ausspäht‹],
mag in der purger mit ainem stain erwerfen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
A. 17. Jh.
):
frembde hunt [...], die leut [...] angreifen [...], die sollen zu erschüessen oder zu erwerfen menigklichen frei und preiß sein.
Barack, Zim. Chron. ;
Winter, a. a. O. ;
Mell u. a., Steir. Taid. ;
Siegel u. a., Salzb. Taid. ;
2.
›werfen, Junge gebären‹ (von Tieren); meist speziell: ›eine Früh- oder Fehlgeburt haben‹;
vgl. 4; 8.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): vgl. (V.) 4, 2, 1, , 2, .

Belegblock:

Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Susz wenn die kuo trait halb, | So erwirft si ain tot kalb.
Maaler (
Zürich
1561
):
Erwerffen / Ein mißgeburt bringen. Facere abortum.
Jaksche, Gundacker (
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
do die juden daz rote chalp | opferten als ez solde sein, | du erwarf daz chalp ein læmpelin | under der diaken handen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
si [gaiz] derwerfent auch ir kitzlein von schädleicher kelten.
Pfeiffer, a. a. O. ;