erwarmen,
V.
›warm werden; sich (auf)wärmen‹; ›(am Körper) Wärme empfinden‹; auch: ›(durch Anstrengung, Aufregung u. dgl.) erhitzt, erregt, (zu etw.) angeregt werden‹; ütr.: ›sich an etw. gewöhnen, mit etw. vertraut werden‹;
zu 2.
Phraseme:
an js. armen erwarmen
›von jm. umarmt, geliebt werden‹ (als Metapher);
jm. die oren erwarmt sein
›Schamgefühle empfinden‹.
Bedeutungsverwandte:
15, 1, , .

Belegblock:

Luther, WA (
1520
):
Wan nu disser glaub recht gehet, so musz das hertz von dem testament frolich werden, und in gottis liebe erwarmen und tzurschmeltzen.
darumb [faul und trege zu seyn] geschicht solche barmhertzickeyt nicht mit ihnen, sondern das sie da durch erwarmen und auch starck werden.
Ders., WA Tr. (
1532
):
Jch weiß, Gott ist nicht weit von mir [...]. Setze mir dagegen die Undankbarkeit und das gottlos Wesen der Widersacher [...], also daß ich erwarme und fur Zorn und Haß brenne.
Hajek, Guͦte spise
21
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
guͤz ez vf die kaldiment vnd tuͦ smaltz dor zvͦ, laz ez erwarmen, untz ez dick werde.
Henschel u. a., Heidin
1183
(
nobd.
,
um 1300
):
Laz in an dinen armen | Er warmen eine naht.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
2094
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
Doch sint di wol zerparmen, | di selten in andoht erwarmen.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
die [die sich sundrent] wellent lútzel essen und noch minr schlaffen und niemer an dem bette erwarmen.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Die strytter wărend vast müed und erwarmet uff beden syten.
Maaler (
Zürich
1561
):
Erwarmen / Heiß oder warm werden. [...]. Jm reden Erwarmen / oder erhitziget vnd entzündt werden. [...]. Vnsere oren sind vns wol Erwarmet dessi laster zehoͤren.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Alspald er [Zacharias] in das regiment nach seins vaters tod trat, war kaum recht erwarmt drin, het im got nichts zuegesagt.
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. .