ertig,
Adj.;
umgelautete Form zu (Adj.); zur Entwicklung von umgelauteten und nicht umgelauteten Formen s.
Dwb, Neub.
3, 307
; hier einige Belegnachträge.
›seiner Anlage entsprechend, artgemäß, altbewährt; gut, ehrbar, moralisch integer, vorbildhaft; vornehm, edel‹ (mit semantischer Ausdifferenzierung anschließbar an , Adj., 4).
Vorwiegend ˹älteres Frnhd.; Verstexte˺.
Bedeutungsverwandte:
1; 3; 5, (Adj.) 1; 3; 6, , 1.
Gegensätze:
, .

Belegblock:

Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
5a, 7
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
daz ain ertik hertze edels vnd tvgenthafte sich zv allen zeiten frewet so es geit oder geben sol.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
ein mensch [...] | Auff erd [...] bey seins geleichen, | [...] | [...] vereinigt sich zsammen ertig. | Was abr einandr ist widerwertig, | Veraint sich mit einander nicht.
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
ir hôhez adel ertic | dâ manlîch kraft erzeigte.
sî [minne] triutet unde razzet
[›tobt‹]
| ertic und unertic.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Daz [golt] ist so ertig und so guͦt, | Ez nimpt nicht ab in fewrs gluͦt.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 39, 17
;
Gille u. a., M. Beheim
80, 76
.