erstreichen,
V., unr. abl.,
vereinzelt sekundäre schwache Flexion. – Wobd. / oobd.
1.
›etw. suchend durchstreifen, etw. suchen, zu erreichen suchen‹; resultativ: ›etw. erreichen, an sich bringen‹; Texte gebundener Form.
Belegblock:
Ich hab in maniger handtlay weis, | [...] | In fräden vnd in iam̄er | Mein synn vnd all ir Cam̄er | Erstrîchet.
Ich enwaiß nit meins wesen, | Wa ich das tuͦ uß lesen, | In was landen und reichen | Ich den leichtesten brunnen kan erstrichen.
allez daz der mensch erstreich | daz leit sich auf dez leibez hol, | ezzen, trinchen, ligen wol.
2.
›jn. / etw. anrühren, streicheln‹; überwiegend negativ ironisierend: ›jn. / etw. (mit etw.) schlagen, prügeln‹; Belegblock:
So wolt ich im sein hawt erstreichen | Mit disem stab uber sein rücken.
Dü tugendhafte hirttin | Er straich im [dem jungen] dik den lib.
Das macht wolgezogne, guete kinder, die man also mit dem fuchsvech erstreichet.
erheb wir uns auss disem stro, | ee man uns bas erstreicht.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .Belegblock:
an den vndteren angel soltu kederen das vechkeder, das in ainem feichten mies erstrichen ain nacht.