erstreichen,
V., unr. abl.,
vereinzelt sekundäre schwache Flexion.
– Wobd. / oobd.
1.
›etw. suchend durchstreifen, etw. suchen, zu erreichen suchen‹; resultativ: ›etw. erreichen, an sich bringen‹;
vgl. 1.
Texte gebundener Form.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1, , 1, 2.

Belegblock:

Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
Ich hab in maniger handtlay weis, | [...] | In fräden vnd in iam̄er | Mein synn vnd all ir Cam̄er | Erstrîchet.
Jellinek, Friedr. v. Schwaben
1284
(
schwäb.
, Hs.
1478
):
Ich enwaiß nit meins wesen, | Wa ich das tuͦ uß lesen, | In was landen und reichen | Ich den leichtesten brunnen kan erstrichen.
Niewöhner, Teichner
32, 14
(
moobd.
, Hs. 
1360
/
70
):
allez daz der mensch erstreich | daz leit sich auf dez leibez hol, | ezzen, trinchen, ligen wol.
2.
›jn. / etw. anrühren, streicheln‹; überwiegend negativ ironisierend: ›jn. / etw. (mit etw.) schlagen, prügeln‹;
vgl. 8.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 4, 1, 1, .

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1560
):
So wolt ich im sein hawt erstreichen | Mit disem stab uber sein rücken.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Dü tugendhafte hirttin | Er straich im [dem jungen] dik den lib.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Das macht wolgezogne, guete kinder, die man also mit dem fuchsvech erstreichet.
Klein, Oswald
105, 94
(
oobd.
,
um 1411
?):
erheb wir uns auss disem stro, | ee man uns bas erstreicht.
3.
›etw. glätten, geschmeidig machen‹;
vgl. 2.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Schmitt, Fachprosa
68, 9
(
bair.
,
um 1495
):
an den vndteren angel soltu kederen das vechkeder, das in ainem feichten mies erstrichen ain nacht.