erschellen,
auch
erschallen,
erschillen,
V.;
gelegentlich unr. abl.; Faktitivum zu und teils Vermischung mit (V., unr. abl.).1.
›etw. erklingen, ertönen lassen‹; im Einzelnen auch: ›etw. zum Klingen, Tönen bringen‹; ›(die Stimme) erheben‹; ›etw. mit Schall erfüllen‹; ›jn. (mit lautem Lärm) stören‹; gelegentlich refl.; vgl. (V., unr. abl.) 1.Belegblock:
[angeli] sind zu samen getretten ynn einen Chor und erst den himel erschalt.
die pfaffen die erschelten
[
bliesenLuther
1545, 1. Chr. 16, 22: ]
die trumpten. so swigt der hunt und swingt sich nider, | das er nimer stim erschelt.
[Do] der liechte tag an vieng, | Gunterfai sein bek derschal.
Ebd.
8576
: Der Leibinger erschiel sein horn.
Die voglin klingen überal, | [...] | auf perg, in tal hat sich ir gesangk erschellet.
mir gewirt | von ainem kindlin, so es kiert
[›schreit‹]
| und mich veriert mein singen, und erschellet | Durch manche falsche disonanz. Klein, a. a. O.
75, 11
; 2.
›jn. / etw. (mit lautem Geräusch) erschüttern, ins Wanken, zu Fall bringen‹; auch: ›jn. (er)zittern lassen, durchzucken‹; ›etw. (z. B. ein Gebäude) zerbersten lassen‹; vgl. (V., unr. abl.)2.Belegblock:
Der
[Regen]
in dem gebirge vellet | Und di blozen [›Nackten‹]
da irschellet. Die [starcke vesten] mit dem bock gewaltig doch | Erschellt teglich ie lenger mehr, | Daß sie sich zerklueb also sehr.
Es [schwertt] kan wol helm erschellen | Und die gesellen vellen.
Belegblock:
Wer sein gelt lest erschillen, | hat er recht, er muss unrecht hon | und auch do hinden pleiben stan.
Ebd.
434, 45
: All sund und ungerechtikait | lass er [mensch] vor im [priester] erschillen | und hab darüber rew.