erkommen,
V., unr. abl.
1.
›sich erschrecken; (plötzlich) Furcht empfinden‹; ›vor etw. Angst haben, etw. fürchten‹;
vgl. 3, 2.
Bedeutungsverwandte:
(s. v. 2), (V., unr. abl.) 1, ; vgl. , .
Syntagmen:
j. e., etw
. (Subj., z. B.
js. herz, lied
›Glieder‹)
e
. (absolut);
j. / etw
. (Subj.) [wie] (z. B.
hart / herzlich / ser / übel, mit fürchtiglicher tucht
)
e
.;
j. sich grosser dinge e
.;
j. ob e. S
. (z. B.
ob einer botschaft / rede
),
von etw. e
.
Wortbildungen:
erkomlich
›schrecklich, erschreckend‹,
erkommung
›Zustand der Verwirrung‹ (dazu bdv.: 1).

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
swâ er [rittir] indirt horchte | der dûtschin brûdre namin, | al sîne lit irquâmin, | sîn herze joch sô sêre irschrac, | daz al sîn lîb irbibin pflac.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Einen grozen man ich sach, | Der vor mir stunt; erkumelich | Duhte sine antlutze mich.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Und wan er [tuvel] wert hin genumen, | Vil sere werden irkumen | Di engel unde vorchten sich.
Gille u. a., M. Beheim
328, 369
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Jhesus der edel nam | Schuff, daz ir [Turken] hercz erkam | mit vorchtenglicher tuchte.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
1517
/
8
):
do die frauw die schrift vernam, | Ob diser potschaft sie gar hart erkam.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
der schreck vnd der bydem hielt mich: vnd alle mein beyn die seind erkomen
[
Luther
1545, Hiob 4, 14:
erschracken
].
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
dú minne hatt si [sant Agnes] stark gemachet, daz si sich grosser dinge nit erkam durch únsers herren minne ze tuͦnne und ze lidenne.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
81, 189
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
von ainr sulchen fuͤrchomung velt der mensch oft vnd statichleich in ain sulche derchomunge vnd irrung, daz er nicht wais, was er tun sol.
Quint, Md. Karl u. Eleg.
640
;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Sappler, H. Kaufringer
8, 446
;
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. ;
Gereke, Seifrits Alex.
3187
;
Kummer, Erlauer Sp. .
2.
›sich erheben, auferstehen‹; ütr.: ›zu sich kommen‹;
vgl. 1, 1.

Belegblock:

Klett, J. v. Soest
7, 2830
(Hs. ˹
wmd.
,
1470
/
80
˺):
glich durch amacht off der stat | so viel der koning stoltz da nyder. | doch er erkam gar bald herwyder.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
die crebere taten sich ouf und erquamen die toten.