entsitzen,
V., unr. abl.;
in 1 semantisch nicht immer eindeutig von entsetzen
9 zu unterscheiden.1.
›erschrecken, sich vor jm. / etw. fürchten; etw. befürchten, Angst um jn. / etw. haben‹; teilweise refl.; auch subst.; zu 1a.Gehäuft wobd.
Syntagmen:
jn
. (z. B. got, den vater, die juden
) e., etw
. (z. B. schaden / unheil, den streit / tod / überfal, js. gewalt / has, die arbeit / helle / herschaft / kälte / neuerung / strafe, die höhe einer mauer
) e
.; refl.: j. sich e., sich
[wie] (z. B. fast / hart / heftig
) e
.; e. S
. (Gen.obj., z. B. einer antwort / gefar, des gutes / leibes / rechtes / sturmes
) e
.; e
. [+ Objektsatz], e
. [+ Inf.].Wortbildungen:
entsitzung
Belegblock:
Er [tuvel] begunde entsitzen daz | Daz dirre Gotes getruwer degen | Vurbaz wiche von den wegen.
Er hatt auch vil fremde soldener, des entsassen sie sere.
er [babest] bedoͤrffte sich nit zu entsitzen, er were sicher libes und guͦtes.
daz gebet [...] daz enhilfet nv́t, wanne so sv́ sich selber me minnent vnoͤrdenliche, so sv́ die helle mer entsitzent.
ob ich gott nit enfúrcht noch den mensch en entsitzen
[
schaͤmFroschauer
1530: ;
scheweLuther
1545, Lk. 18, 4: ].
da hetten ettlich der almend [...] zevil ingeslagen, das si schaden oder andren kumber da durch entsitzen muͦsten.
Min herr [...] meint alwegen, so ich dise nüwerung entsitzen, es bedoͤrfe der forcht nüt.
es ist zuͦ entsitzen, der küng nem ouch zuͦ vil hertikeit für sich.
der maas das glych weder bapst noch keyser me / ane entsitzung grosser uffruͦr / sj [Lutrers anhang] hettend toͤrffen angryffen.
Ebd.
497, 27
: Solcher umschlag [...] bracht / ouch entsitzen, schrecken / und forcht allen allt gloubigen.
Gagliardi, a. a. O.
2, 120, 8
; Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 208, 3
; Barack, Zim. Chron. ;
Schweiz. Id. ff.;
2.
›jm. (im Kampf) standhalten, trotzen, sich jm. widersetzen‹; auch: ›jm. etw. entgegenstellen‹; zu 1a.Gegensätze:
.Belegblock:
Da waren schlosser und heuser, die zuvor wolten dem tuͤrcken entsitzen.
Wer aber dem tod entgangen [...] ist, [...] der ist [...] ein herr uber wellt [...] und alle plagen, das er jn wol kan entsitzen und trotz bieten.
wenn dasselbige thäte
[›genügte‹],
so wollten wir ihme [dem Teufel] wol einen Zorn entsitzen. dar uff so moͤge wir ane soͤrge | dem koͤninge alle encziczen wol.
3.
›sich entfernen, vergehen‹; meist als part. Adj. entsessen
gebraucht, dann: ›abgelegen, weit entfernt‹ (in räumlicher Hinsicht); zu 1a.Belegblock:
Wo der glaubiger uber zwue tagereis von hinnen entsessen.
ob wir gleych ain vicarium hetten [...], were und ist uns derselbig gar entsessen, zu weyt aus dem lande.
mir sind der muͤcken vil gesendt | uß ferrem land, ich ward gepfendt | von in, das mir all frewd entsas.
denselben dorffern er [phaltzgraff bey Reyn] aber entsessen sey und nit so wol verwesen mag, als ob er im land [...] gesessen were.