eigenman,
der
;–/eigenleute
;1.
›männlicher Leibeigener, Unfreier, Untertan; Sklave‹; auch: ›Angehöriger eines unteren Standes‹; vereinzelt: ›Vasall‹; der eigenman
setzt in der Mehrzahl der Fälle einen rechtlich Höhergestellten oder eine übergeordnete Rechts- und Wirtschaftsinstanz voraus; in den Belegen erscheinen: abt, bischof
2, dienstherre
1; 2, graf, freier herre, prälat, ritter, geistliche leute
; gotteshaus, spital, herschaft
3; 4; 5; 6; in literarischen Texten meist: ›Mann, der der minne
zu einer Frau verfallen ist‹; zu (Adj.) 2, vgl. 1
6; 8.Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Gegensätze:
.Syntagmen:
eigenleute binden / feilbieten / haben / halten / strafen, die eigenleute der beschwernis erlassen, jm. eigenleute zu kaufen geben
; j. ein e. sein
; der e. einen eid schweren, ein fasnachtshun geben, seinem herren dienen, sich einer herschaft geben, eigenleute
(Subj.) einen weingarten graben
; jn
. (z. B. bauern
) für eigenleute halten
; der e. des dienstherren, des spitals, die eigenleute des abtes / prälaten, der herschaft, des gotteshauses
; der geborene e., die bezalten / gekauften eigenleute
; das urteil der eigenleute
; das eigengut mit eigenleuten
.Wortbildungen:
eigenmanschaft
Belegblock:
ist der brauch [...] das mann vns
[Bauern]
fur yhr eygenleut gehalten habe. Unser eigengut mit dörfern, hofsteten, gepeuden, mit eigenleuten, frawen und mannen.
Ich sten auch an den rodeln | Do eygen lut sin angeschriben. | Ich bin in eygenschaft becliben
(figura etymologica in der gesamten Passage). das denn der bischoff von Costentz [...] und auch alle graufen, fryen herren, ritter knechte und auch gaistlich luͥte, die eigenluͥt halten [...] nicht mer nemen soͤllen [...], denn einen schlechten hoptfal.
das alle die, so in iren hochen herschaften [...] gesessen sind, sweren sond, mit namen die ir eigen sind als eigen luͥte, die da fry sind als fry luͥte.
fuͤrdret kuͤng Fridrichen, sinen [des Roͤmschen keisers] eigenman.
sollen auch uns und unsern brüdern dienstlich und gewertig sein als lehenman und die eigenleut aller unbilligen beswernuss erlassen.
Die zellan werdent allerbast den bezallten oder kǒfftenn aigenluͤtten ansechend den gelich nachtigen mitten tag.
Sollich ordnung sol ouch aller prelaten und äbt aigen leut [...] binden.
der selb pawer ist des spitals aigenman.
ob ein herr von Kiemse seins gotshaus aigenleut [...] wol müg gevodern [...]? item welher aigenman sich ainer andern herschaft gibt?