ei,
eia,
Interj.
– Als Ausruf verschiedensten kommunikativen Zwecken dienend, meist zur Verstärkung der Aussage.1.
zum Ausdruck von Zustimmung, Zärtlichkeit, Freude, Bewunderung, seltener auch von Billigung und Beifall; auch zur Abschwächung von Meinungen, Forderungen oder Wünschen anderer gebraucht.Belegblock:
Da sprach sein Herr zu jm / Ey du fromer vnd getrewer Knecht.
Ey wie liplich und so gar schon | sie ward alda entphangen.
EJa du liebe seele mein, | Sag hohen preis dem Herren dein.
das mans nit auffschiebe / vnd dencke: Ey ich hab noch zeyt gnug.
Ei wie gros, schön ir füesse sind.
ei du traut minnikliche, keusche creatur!
(gemeint ist Maria). Sappler, H. Kaufringer
26, 126
; 2.
zum Ausdruck von Bedauern, Missfallen, Zorn, Zweifel, Ablehnung, Schmerz, Trauer; auch als Einleitung von Tadel und Ermahnungen gebraucht.Belegblock:
Do begund mein sele bitterlich zu weinen / vnd sprach zu dem engel Owe mir armen selen Eya warumb hat mich got geschaffen.
Ey leyder ach / hett ich geschwigen nun.
eya, schoͤnú [...] jungfrow, wie lang wend ir úwern [...] lip und úwer zartes minnekliches herz dem [...] túfel lassen?
Ey [...] Ein stim̄ wenn wir einen straaffend / oder heissend schweygen. [...]. Ey ey / Wenn einer über einen hoͤn vn̄ zornig ist. [...]. Ey ey / Ach / Owee. [...]. Eines traurigen vnnd leydenhafftigen menschens.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
15, 15
; 3.
zum Ausdruck des Erstaunens, der Verwunderung.Belegblock:
Ey
[
SechtMentel
1466: ]
/ welch weise vnd verstendige Leute sind das. 4.
zur Aufforderung, Aufmunterung anderer gebraucht; in Dialogen mit redeeinleitender Funktion.Belegblock:
Ey las vns heim gehen / Denn es ist nu zeit essens.
Eia, lieber meiner, sag an, | Mit welcher red er zu euch kam.
5.
zum Ausdruck von Ironie, Spott gebraucht.Belegblock:
So hoͤre ich wol, unser glaube stuͤnde auff der dinten und feddern, ja auff dem guten willen der schreyber und druͦcker, Ey da stuͤnde er feyn.