bodenlos,
bodemlos,
Adj.
1.
›ohne Boden, grundlos, abgründig‹.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Bodenloß vngruͤndtlich. grundtlos vnerspürlich vnerfoͤrschlich vnerfindtlich.
Ruh, Bonaventura
351, 36
(
orhein.
,
um 1480
):
vß diser bodemlosen tieffe vff zů got zů rüffen, daz er die hilfliche hant siner barmhertzikeit dar wel reichen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 178, 9
(
Hagenau
1534
):
Bodenlos ungewiß / denn was man in eyn vaß thut on boden / das fellet durch hyn und ist verloren.
Niewöhner, Teichner
144, 28
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
ein arm geitig man | der hat podemlosen wan.
Dietz, Wb. Luther .
2.
›unersättlich, gierig‹.

Belegblock:

Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
24, 14
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
ein unlüstiger spülzuber, ein faules aß, ein schimelkast, ein bodenloser sack.
Gille u. a., M. Beheim
114, 25
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Nur inen selber [amptleut] alles sant, | wann iren bademlasen slant | sy nit erseten kunnen | Vil mynder wann dy helle.
Sachs (
Nürnb.
1554
):
Ich opffer gar nichts uberal, | Wiewol er offt klagt ob den dingen, | Daß sich bawrn nit umbs opffer dringen. Wer köndt den bodnlosn pfaffen füllen?