bezeichenung,
bezeichnung,
bezeichung,
die
.
1.
›Verdeutlichung, Versinnbildlichung von etw. Abstrakterem durch Konkreteres‹; als Metonymie: ›Bedeutung, Symbolhaftigkeit, Sinnbildlichkeit e. S.; Symbol, Sinnbild‹;
vgl. 1.
Vorwiegend Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
, 4.
Syntagmen:
die b. verstehen
;
b. des gesichtes/ gewaltes / leidens / reiches gottes / sacramentes, der begräbde / dreifaltigkeit / neuen ehe / seligkeit
;
b., das [...]
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Die arke des gelobedes truc | Der bezeichenunge gnuc | Und grozes heiligtumes vil.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Daz daz heilige brot si | Werlich Cristes licham, | [...] | Unde in dem kelche der win | Sine blut, des blutes genoz | Daz er an dem cruze goz, | In rehter ebenunge | An bezeichenunge
(›Gleichung, Einheit‹, nicht ›Symbol‹).
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
waz dise bezeichunge si, | daz sage ich dir unvorholne | offenbar.
di selben namen dri | drier lebene bezeichenunge si.
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
nit gesagt / Das ist eyñ gleichnuß / oder das ist eyn figur oder bezeichu͂g / Sonder / Das ist mein Leib.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
ûch ist gigebin zů bekennen di vorborgine bezeichenunge
[
Mentel
:
taugen
; Var. 1475
2
:
heymlichkeit
;
Froschauer
1530:
verborgne heymligkeyt
;
Luther
1545:
Geheimnis
]
des rîches gotes.
Illing, Albert. Sup. miss.
1173
(
els.
,
n. 1380
):
dem bittern lattichen, mit dem men das osterlamp as in der alten e, daz eine figure vnd bezeichenunge waz dis sacrementes.
Ebd.
1561
:
so muͥschet men den win mit wenig wassers zů bezeichenunge, das das volk sol mit cristo vereinet werden.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
gobetent dem kindelin ieglicher künig mirre zů einre bezeichenunge sines lidens, wiroch zů einre bezeichunge sinre begrebede, und gold zů einre bezeichunge sines kuniglichen gewaltes.
Brett-Evans, Bonaventuras Leg. S. Francisci
65, 19
(
önalem.
,
v. 1478
):
vnd klagte, daz er die bezeichnung der gesicht nit verstůnd.
Buijssen, Dur. Rat.
6, 10
(
moobd.
,
1384
):
daz drey gelerte sprache auzgenomen seint, in den dicz wıͤrdig ampt begangen wirt in bezaichnunge der heiligen drivaltichait.
Schülke, Geistl. Gemahelsch.
2436
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
Pey den habent betzaichung | drew stukch des hails pessrung.
Wackernell, Adt. Passionssp. St. I,
401
(
tir.
,
v. 1496
):
Das osterlamp sol nicht me: | Für war ich sag ewch, das | Es ain betzaichung was | Der newen ee und anderst nicht.
Helm, a. a. O. ;
Fischer, a. a. O. ;
Illing, a. a. O.
1833
;
2508
;
Ruh, Bonaventura
329, 9
.
2.
›Vollzug eines Zeichens (z. B. des Kreuzes)‹; als Metonymie: ›Marke‹;
vgl. 3.

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
der unzellicher genoden die hie gegeben werdent, die enwerdent ime niemer, wanne sú blibent uf der bezeichenunge ussewendig und enkumment nút in den grunt.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Jch, mit bezeichnung deß H. Creutzes, ȯ GOtt, sprach ich, was ist das!
die Mänschen in gemein könen sich viel besser vor dem Teuffel, mit Bezeichnung deß H. Kreutzes segnen vnd hüten, als vor einem Schergen.
3.
›Angabe, genaue Festlegung von etw.‹;
vgl. 7.

Belegblock:

Bechstein, M. v. Beheim. Evang. 2. Vorr. (
osächs.
,
1343
):
alse dicke si habin vor brâcht mit bezeichenunge den undirscheit der numeri.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
Astronomisch numeriren [...] / ist anders nichts / als schreiben und außsprechen den werth und geltung der Astronomischen zahlen / sampt der bezeichnung ihrer sorten.
nach ordentlicher auffschreibung / und Astronomischer bezeichnung / dieser Zeiten.
4.
s. 4.
5.
s. 5.
6.
s. 8.
7.
bedeutungsverwandt zu ; anschließbar an 3.