überdecken,
V.,
unr.; im Prät. und Part. Prät. auch
-dacht(-)
infolge von Primärberührung (s.
Mhd. Gr. § L
66
).
›etw. zum Überdecken e. S. benutzen, deckend, schützend über ein anderes legen‹; mit Verschiebung der Bezugsgröße (vom Überdeckenden auf das Überdeckte): ›etw. / jn. mit etw. überdecken; etw. umhüllen, schützend überdecken; etw. (z. B.
eine lere
) umfassend betreffen‹ (mit Subj. d. S., etwa von Flügeln gesagt); dazu ütr. (von abstrakt gedachten Bezugsgrößen gesagt): ›etw. überdecken, überwölben, überlagern, überschatten‹; vgl. (Präp.) 1, 1; 2.
Phraseme:
j. jn
. (eine Frau)
nicht mit dem nachtpelz überdecken
verhüllend für sexuelle Handlungen.
Syntagmen:
ein tuch ü
.;
j. einen misthaufen mit teppichen ü., die flügel jn., der deckel einen laden, eine lere alle tiere, das gedächtnis die klarheit ü
.;
j. mit jamer überdacht sein
;
das überdekte lied
(s.
1
3).

Belegblock:

Chron. Köln (
Köln
1499
):
dat selve [gedechtenisse] hait die clairheit van anderen doegenden dinre billiger wandelung mit einre swaerer dunkerheit overdecht ind verduistert.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Sein fluͤgel werden gnediglich | Zuͦschirmen uberdecken dich.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501ff.
):
wo herberige ich die irste nacht? | Mit jamor bin ich oberdacht: | Dit ist ein bitterlich mort.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1425
):
als er tot was do tet man ein pot, das niemant kein samat und kein gulden tuch noch kein seiden tuch solt uber tecken bei 50 gulden.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1988
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Der schatt betútet Jhesus ler, | Die úber dekt hat schon und her | Alle tier unz diss zÿt | An den vernúnfftig leben lit.
Maaler (
Zürich
1561
):
Vberdecken oben darauff decken. Superintegere, Superuolare.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
ain sollicher öder balg, das ich glaub, der jung herzog hab sie über zwai mal nit mit seinem nachtbelz uberdeckt gehabt.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
333
;
336
.
Vgl. ferner s. v. 1.