über,
1.
›eines negativ bewerteten Ereignisses oder eines Einflusses von gegnerischer Seite enthoben, überhoben, frei, entledigt‹.Syntagmen
(meist prädikativ mit Gen. gebraucht): j. e. S
. (Gen., z. B. des heirates, eines dranges / ersuchens, der gebrechen, js. mutwillen
) ü. sein, j. alles ü. werden, j. e. S
. (Gen., z. B. der marter
) ü. werden
; jm. nichts ü. werden
; j. an js. zorn ü. sein / werden
.Belegblock:
want wir des van eren ind van bescheitz weigen niet oiver sin enmohten, nademe dat verbont uswist.
ind uns ind unse burgere dach vur dage [...] beschweirden, schedigden ind archwilligden boiven brieve [...], so enkonden wir des niet oivergesin, geliden noch langer unthalden.
das [gelt] hat man geben den zweyen püchsenmaistern, [...], also das uns nichtz uber ist worden.
het man den Juden nút súllen geltten, si weren sin alles úber worden.
dovon sie men es nüt lange mag behuͤten und beschirmen one grossen schaden, des wil ich über sin.
Des man alles úber wurde, (so man dem raͮt) der erbren wisen lúten, [...], gehorsam were.
Gaͤbe dan Got gnad, dass man eins wurde, so waͤre man semlichs unfrintlichen traͤngs und ersuͦchens uber und on.
So weren ir vatter und muetter diss heirats auch gern übergewest und hetten die dochter lieber eim Franzosen, dann einem usslender, geben.
vnd was sy gepiten zuͤ tuͦn das man an schaden getuͦn mag vnd an irem gerechten zorn nicht vͤbersein noch werden mag.
2.
phras.: ewiglich und über
›immer und ewiglich‹; über und über
›für eine bestimmte Zeit ununterbrochen‹; räumlich gesehen: ›überall‹; am ehesten anschließbar an (Präp.) 5.Belegblock:
Der herre regnieret ewiklich und uber.
wardt aber eyn stewr im lanndt Kernndten uber und uber angeschlagen.
3.
›überflüssig vorhanden‹; diese Bedeutung wird durch die folgenden Wortbildungen vorausgesetzt.Wortbildungen:
überkeit
überseinig
überstel
der
) ›unverkaufte, übrig gebliebene Ware‹ (auf dem Markt).Belegblock:
Ich mein, das alle überkeyt | Seins leibs von inne werd purgirt.
Fischer, a. a. O.
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Überschr.;